Schüler der IGS besuchen die Gedenkstätte Hinzert

Mädchen und Jungen ziehen gelungene Vergleiche zwischen „damals“ und „heute“ und reflektieren kritisch

Aufgrund zunehmender Politikverdrossenheit, wachsender populistischer Einflüsse, sog. „fake news“ und/oder manipulativer Posts scheint es umso wichtiger, Jugendliche auf ihrem Weg zu mündigen und reflektiert-denkenden Erwachsenen entsprechend anzuleiten und zu begleiten.

In diesem Zusammenhang besuchten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 gemeinsam mit ihren Lehrern Alexander Adolph, Kathrin Fitting, Katrin Krenkel, Angelina Kreter und Rainer Schulz kürzlich die Gedenkstätte Hinzert bei Trier, einen Ort des Gedenkens und Erinnerns an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur.

Denn trotz der z.B. aktuellen Antisemitismusdebatte und „Kippa-Bewegung“ in Berlin und anderen deutschen Städten scheint es offensichtlich, dass der historische Abstand zu den menschenverachtenden Gräueltaten der Nazi-Zeit zunehmend größer wird; auch deshalb ist es notwendig, dass historisch-politisches Lernen an authentischen Orten fortgeführt wird. Gerade auch, weil innerhalb dieses Rahmens Vergangenes mit Aktuellem in Beziehung gesetzt und entsprechend reflektiert werden kann.

So wurde während des Besuchs der Gedenkstätte keine künstliche Betroffenheit erzielt. Das geschulte Personal sorgte u.a. vielmehr für eine offene Gesprächskultur und das Informieren über individuelle Schicksale erzeugte Empathie.

Ebenso wurde während des Besuchs deutlich, wie bedeutsam es ist aktuelle Strömungen, Äußerungen und Haltungen kritisch zu hinterfragen; und dass die Stärkung einer demokratischen und menschenrechtsbewussten Einstellung und Verhaltensweise nicht nur wichtig ist, sondern dass diese auch persönlichen Einsatz und Mut erfordert.

Nicht nur durch diesen „Ausflug“ möchte unsere Schule das kritische Auseinandersetzen mit aktuellen Entwicklungen in Bezugnahme auf historische Begebenheiten fördern. Denn auch, wenn laut mehrheitlicher Aussage der Jugendlichen der Besuch der Gedenkstätte die Mädchen und Jungen sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt hat, ist es unserer IGS ein Anliegen, genau diese Haltung im fachspezifischen und fächerübergreifenden Unterricht weiterhin zu fördern und im Schulalltag zu integrieren.

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle Kolleginnen und Kollegen, die unsere Schülerinnen und Schüler seit Jahren durch entsprechende Besuche „wachrüttelten“, Nach- und Vorbereitungen organisieren, sowie individuelle (Gedanken-) Prozesse begleiten.

Verfasst am 30. April 2018 von Claudia Caspers in Allgemein